Kurz gesagt: Google Consent Mode v2 übermittelt die Cookie-Entscheidung Ihrer Besucher an Google Analytics und Google Ads. Seit März 2024 ist er für Werbetreibende mit Nutzern im Europäischen Wirtschaftsraum faktisch Pflicht: Ohne ihn gehen Conversions, Remarketing-Listen und personalisierte Werbung verloren. Er ersetzt kein Cookie-Banner, sondern arbeitet mit Ihrer Consent-Management-Plattform zusammen. Hier erfahren Sie, was v2 neu macht, worin sich der einfache und der erweiterte Modus unterscheiden und wie Sie ihn einrichten.

Der Consent Mode (Einwilligungsmodus) ist eine Schnittstelle von Google, über die Websites und Apps die Einwilligung der Nutzer an die Google Tags weitergeben. Google Analytics, Google Ads und Floodlight passen ihr Verhalten dann an: Mit Einwilligung setzen sie Cookies wie gewohnt, ohne Einwilligung nicht.

Die erste Version kam 2020. Version 2 ist die Antwort auf den Digital Markets Act (DMA) der EU. Seit März 2024 verlangt Google von Werbetreibenden, die Daten von Nutzern im EWR nutzen, gültige Einwilligungssignale. Fehlen sie, werden Funktionen wie Remarketing und Conversion-Messung eingeschränkt.

Wichtig: Der Consent Mode ersetzt weder das Cookie-Banner noch die Consent-Management-Plattform (CMP). Er sorgt nur dafür, dass die Entscheidung aus dem Banner bei den Google Tags ankommt.

Was ist neu in Version 2?

Zu den bisherigen Parametern ad_storage und analytics_storage kommen zwei neue hinzu:

  • ad_user_data: ob Nutzerdaten zu Werbezwecken an Google gesendet werden dürfen,
  • ad_personalization: ob Daten für personalisierte Werbung, etwa Remarketing, genutzt werden dürfen.

Nur wenn diese Signale korrekt übermittelt werden, kann Google Ads Ihre Remarketing-Listen weiter befüllen und Conversions aus dem EWR vollständig nutzen.

Einfacher oder erweiterter Modus?

Einfacher Modus Erweiterter Modus
Vor der Entscheidung Google Tags werden nicht geladen Google Tags werden geladen, setzen aber ohne Einwilligung keine Cookies
Bei Ablehnung keine Daten an Google cookielose Pings ohne Kennungen, zum Beispiel Zeitstempel, Einwilligungsstatus und Information über einen Anzeigenklick
Modellierung allgemeines Modell von Google Modellierung auf Basis Ihrer eigenen cookielosen Pings, meist genauer

Der erweiterte Modus liefert bessere Daten für die Conversion-Modellierung. Da er auch ohne Einwilligung Pings sendet, sollten Sie die Wahl mit Ihrem Datenschutzbeauftragten oder Rechtsberater abstimmen. In Deutschland und Österreich ist das Thema besonders sensibel.

  • Conversions aus dem EWR werden lückenhaft oder gar nicht erfasst,
  • Remarketing-Listen wachsen nicht mehr und neue Nutzer fehlen,
  • personalisierte Werbung ist eingeschränkt,
  • Smart Bidding optimiert auf unvollständige Daten und wird teurer,
  • die Datenübertragung von GA4 zu Google Ads wird unzuverlässig.

Welchen Einfluss hat die Einwilligung auf Conversions?

Google weist darauf hin, dass Nutzer mit Einwilligung je nach Branche und Conversion-Typ typischerweise zwei bis fünf Mal häufiger konvertieren als Nutzer ohne Einwilligung. Eine Einwilligungsrate von 50 Prozent bedeutet also nicht, dass Sie die Hälfte der Conversions verlieren. Mit Conversion-Modellierung schließt Google einen Teil der Lücke statistisch. Voraussetzung ist, dass der Consent Mode korrekt eingerichtet ist und genug Daten vorhanden sind.

  1. CMP wählen: Nutzen Sie eine Consent-Management-Plattform mit Consent Mode v2 Integration, zum Beispiel Cookiebot, CookieYes, Usercentrics oder Borlabs Cookie bei WordPress. Google führt eine Liste zertifizierter Partner.
  2. Integration aktivieren: Schalten Sie in der CMP die Google Consent Mode Integration ein und wählen Sie einfachen oder erweiterten Modus.
  3. Google Tag Manager anbinden: Nutzen Sie die Community-Vorlage Ihrer CMP im Tag Manager oder das Skript der CMP. Die Standardwerte müssen vor allen Google Tags gesetzt werden, standardmäßig auf „denied“ für Nutzer im EWR.
  4. Tags prüfen: Kontrollieren Sie in der Vorschau des Tag Managers und im Tag Assistant, ob alle vier Parameter korrekt übermittelt werden, vor und nach der Einwilligung.
  5. In Google Ads kontrollieren: Unter Ziele und Conversions zeigt Google Ads den Status des Consent Mode für Ihre Tags. Prüfen Sie ihn regelmäßig.

Nutzen Sie bereits Version 1, reicht oft ein Update der CMP, damit sie auch ad_user_data und ad_personalization sendet. Prüfen Sie trotzdem, ob eigene Skripte oder Tags im Tag Manager die neuen Parameter berücksichtigen.

Häufige Fragen

Macht mich der Consent Mode DSGVO-konform?

Nein, nicht allein. Er übermittelt die Einwilligung an Google. Für die Rechtskonformität brauchen Sie zusätzlich ein korrekt konfiguriertes Cookie-Banner, eine aktuelle Datenschutzerklärung und eine saubere Dokumentation.

Gilt Consent Mode v2 auch für Websites außerhalb der EU?

Die Anforderung von Google bezieht sich auf Nutzer im EWR, im Vereinigten Königreich und in der Schweiz. Wer dort Besucher hat, sollte ihn einrichten, auch wenn das Unternehmen außerhalb sitzt.

Wie erkenne ich, ob er richtig funktioniert?

Im Tag Assistant sehen Sie die Einwilligungssignale pro Seitenaufruf. In Google Ads zeigt die Diagnose der Conversion-Aktionen, ob Consent Mode Signale ankommen.

Fazit

Consent Mode v2 ist keine Option mehr, sondern Grundvoraussetzung für funktionierende Google Ads Kampagnen in Europa. Wer ihn nicht oder fehlerhaft eingerichtet hat, verliert jeden Tag Daten, die Smart Bidding für gute Ergebnisse braucht.

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Quellen: Google Ads Hilfe: Consent Mode, Google for Developers: Consent Mode einrichten

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