Kurz gesagt: In den meisten Fällen lohnt es sich, auf die eigene Marke zu bieten. Markenklicks sind günstig, Sie steuern Botschaft und Zielseite selbst, belegen mehr Platz in den Suchergebnissen und verhindern, dass Wettbewerber über Ihrem organischen Ergebnis erscheinen. Ob es sich für Sie rechnet, zeigt ein einfacher Test: Brand-Kampagne für einige Wochen pausieren oder in einer Region abschalten und messen, wie viele Klicks und Conversions insgesamt verloren gehen.

„Warum für etwas zahlen, das ich organisch bekomme?“ Das ist eine der häufigsten Fragen beim Einrichten von Google Ads. Die Antwort hängt von Ihrer Marke, Ihrem Wettbewerb und Ihren Zielen ab. Hier sind die Argumente dafür, zwei verbreitete Mythen und ein Weg, es für Ihr Konto zu prüfen.

Was bedeutet Bieten auf die eigene Marke?

Sie nehmen Ihren Markennamen als Keyword in eine Suchkampagne auf, meist in einer eigenen Brand-Kampagne. Sucht jemand nach Ihrer Marke, erscheint Ihre Anzeige über den organischen Ergebnissen.

8 Gründe für Brand-Kampagnen

1. Sie bestimmen die Zielseite

Organisch landet eine Markensuche meist auf der Startseite. Mit einer Anzeige schicken Sie Besucher direkt auf eine Aktion, eine Kategorie oder ein Angebot und können das jederzeit ändern.

2. Sie steuern die Botschaft

Titel und Beschreibung organischer Ergebnisse legt am Ende Google fest, und Änderungen dauern Tage. Anzeigentexte ändern Sie sofort, mit Aktionen, Preisen oder saisonalen Botschaften, auf Wunsch zeitgesteuert.

3. Mehr Informationen als organisch

Mit Assets wie Sitelinks, Snippets, Telefonnummer, Standort, Preisen oder Bildern zeigen Sie in der Anzeige deutlich mehr als im organischen Ergebnis.

4. Mehr Platz in den Suchergebnissen

Anzeige plus organisches Ergebnis bedeutet doppelte Präsenz über dem sichtbaren Bereich, besonders auf Mobilgeräten. Das stärkt Vertrauen und lässt weniger Raum für andere.

5. Zusätzliche Klicks

Googles „Search Ads Pause Studies“ von 2011 zeigten, dass im Durchschnitt 89 Prozent der Anzeigenklicks beim Pausieren nicht durch organische Klicks ersetzt wurden. Für Markenbegriffe ist dieser Anteil meist deutlich niedriger, weil Sie organisch ohnehin oben stehen. Deshalb lohnt sich ein eigener Test, statt sich auf Durchschnittswerte zu verlassen.

6. Schutz vor Wettbewerbern

Wettbewerber dürfen in der EU auf Ihren Markennamen als Keyword bieten. Ohne eigene Anzeige erscheinen sie über Ihrem organischen Ergebnis, genau dann, wenn der Kunde kurz vor dem Kauf steht. Mit eigener Brand-Kampagne verdrängen Sie sie nach unten und machen ihre Klicks teurer. Die Verwendung Ihrer Marke im Anzeigentext kann Google auf Beschwerde des Markeninhabers einschränken, das Keyword selbst nicht.

7. Günstige, hochrelevante Klicks

Markensuchen haben eine sehr hohe Klickrate und einen hohen Qualitätsfaktor. Die Klickpreise liegen deshalb meist nur bei einem Bruchteil generischer Keywords.

8. Sie sehen, wer auf Sie bietet

Der Bericht „Auktionsdaten“ Ihrer Brand-Kampagne zeigt genau, welche Wettbewerber bei Ihren Markensuchen mitbieten und wie oft.

Zwei Mythen

„Das ist unnötig, ich bin organisch auf Platz eins“

Platz eins organisch steht heute oft unter Anzeigen, Shopping-Ergebnissen und KI-Übersichten. Und wenn Sie nicht bieten, tut es vielleicht die Konkurrenz.

„Ich zahle für Leute, die nur meine Telefonnummer suchen“

Teilweise ja. Mit Sitelinks, Anrufoptionen und auszuschließenden Keywords wie „Login“, „Kontakt“ oder „Karriere“ steuern Sie, welche Markensuchen bezahlte Klicks auslösen.

Brand-Kampagnen richtig aufsetzen

  • Eigene Kampagne mit eigenem Budget, damit Markenklicks nicht die Zahlen generischer Kampagnen schönen.
  • In Performance Max Markenausschlüsse nutzen, damit die Markensuche dort nicht doppelt läuft.
  • Gebotsstrategie „Anteil an möglichen Impressionen“ oder Ziel-CPA mit Obergrenze für den Klickpreis.
  • Brand-Conversions in Berichten getrennt auswerten.

So testen Sie den Nutzen

Pausieren Sie die Brand-Kampagne für zwei bis vier Wochen, oder schalten Sie sie nur in einigen Regionen ab, und vergleichen Sie die Summe aus bezahlten und organischen Klicks und Conversions mit dem Zeitraum davor. Gehen kaum Conversions verloren und bietet kein Wettbewerber auf Ihre Marke, können Sie das Budget reduzieren. Bricht der Gesamtwert ein, wissen Sie, dass die Kampagne wirkt.

Häufige Fragen

Darf ein Wettbewerber auf meinen Markennamen bieten?

Als Keyword ja, das ist in der EU grundsätzlich zulässig, solange die Anzeige nicht über die Herkunft täuscht. Im Anzeigentext kann der Markeninhaber die Nutzung bei Google beschränken lassen.

Wie viel kostet eine Brand-Kampagne?

Meist sehr wenig im Verhältnis zum Nutzen, weil Markenklicks günstig sind. Die Kosten hängen davon ab, wie oft nach Ihrer Marke gesucht wird und ob Wettbewerber mitbieten.

Fazit

Brand-Kampagnen geben Ihnen Kontrolle über Botschaft, Zielseite und Sichtbarkeit und schützen Sie vor Wettbewerbern. Ob sie sich lohnen, sollten Sie nicht schätzen, sondern testen.

Sie möchten wissen, ob Wettbewerber auf Ihre Marke bieten? Wir prüfen es im Rahmen unserer Google Ads Betreuung. Die ersten 60 Minuten Beratung sind kostenlos: Beratung buchen.

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